500 Kerzen für Tibet brannten heute in Berlin
Ihren ersten olympischen Moment erlebte die Hauptstadt heute bei einer Solidaritätskundgebung für Tibet am Brandenburger Tor.
Wenn morgen die Olympischen Sommerspiele in Peking feierlich in einer Eröffnungsfeier, die vermutlich alle bisherigen Eröffnungsfeiern in den Schatten stellen wird - wie das so Tradition bei Olympia ist - werden wegen Sicherheitsbedenken der Chinesen keine Tibeter im Stadion sein.
Da dieses grösste Sportfest der Welt nur alle vier Jahre stattfindet und über Wochen hinweg fast die gesamte Aufmerksamkeit der Welt auf sich zieht, nutzen die Völker die seitens der chinesischen Zentralregierung unter ständiger Beobachtung stehen und sich fortwährenden Versuchen ausgesetzt sehen, sie zu enttraditionalisierten “Standard” Chinesen zu machen die Gunst der Stunde um auf ihre Probleme hinzuweisen.
Mit einer weltweiten Aktion, die heute in allen Ländern dieser Welt zur gleichen Uhrzeit stattfand, zeigten alle Menschen denen Tibet am Herzen liegt ihre Solidarität mit dem bedrohten Volk und anderen Volksgruppen, die im Land der untergehenden Sonne auch ähnlichen Repressalien ausgesetzt sind.
Am Brandenburger Tor führte die Tibet-Initiative Deutschland, Regional Gruppe Berlin; das Tibetische Zentrum Berlin und der Verein der Tibeter in Deutschland den Berliner Teil der weltweiten Veranstaltung durch. Ungefähr einhundert Menschen, unter ihnen viele Exil-Tibeter hatten sich versammelt um bei Gesängen, Ansprachen und einer Schweigeminute auf die Probleme des Volkes hinzuweisen.
In gleißendem Sonnenlicht - in Berlin wurde heute die Rekordmarke dieses Sommers von 35 Grad geknackt - fiel dann leider das Hauptzeremoniell das in der Entzündung der 500 Kerzen für Tibet bestand, aus optischer Sicht der extremen Lichteinstrahlung von oben zum Opfer.
Nichts desto trotz zählte auch hier der Gedanke zu zeigen, dass das deutsche Volk nicht nur die Spiele in Peking intensiv beobachten wird, sondern trotz all des Trubels auch ein waches Auge für die Situation der Tibeter hat, das man auch nicht schließen kann, wenn man den Angehörigen dieses friedvollen Volkes die Teilnahme an der Olympiade als Teilnehmer, Zuschauer, Mitarbeiter verwehrt.
Genau wie die olympischen Medaillen hat die Entscheidung die Spiele nach Peking zu vergeben zwei Seiten. Trotz der problematischen Situation in China die einzig die dortige Regierung zu verantworten hat, bringen dennoch die vielen Ausländer die sich in diesen Wochen im Land aufhalten dem Volk andere Kulturen näher und wecken oder fördern das Interesse an diesen womit die Besucher in gewisser Weise dazu beitragen dass das Freiheitsbedürfnis der Chinesen wächst, was hoffentlich eines nicht all zu fernen Tages auch den Tibetern zu Gute kommen wird, die dann freie Menschen mit eigener Kultur und Tradition in einem demokratischen China sein werden.
Eine Bildstrecke von der heutigen Veranstaltung in Berlin findet sich in der eingebetteten Galerie.



