Jacob Holdt - Bilder aus Amerika 1970 bis 1975
Jacob Holdt fotografierte in den 1970er Jahren fünf Jahre lang alle Schichten der US-amerikanischen Gesellschaft.
Seine Fotografien, sein ungeschönter Blick auf das menschliche Elend sind auch nach über dreißig Jahren ein Schock. Schwarze und Weiße, Multimillionäre und Bitterarme, Mörder und Prostituierte, Menschen zwischen Hoffnungslosigkeit, Drogenkonsum, Tod, Gewalt und liebevollem Zusammenhalt.
Mit Anfang 20 brach Jacob Holdt (geboren 1947 in Kopenhagen) von Dänemark über Kanada nach Chile auf, um an der demokratischen Revolution von Salvador Allende teilzunehmen. Anstatt in Südamerika anzukommen, trampte er jedoch fünf Jahre lang und insgesamt 160.000 Kilometer durch die USA, lebte von der Hand in den Mund, schlug sich mit nur wenig Geld durch und war auf Hilfe angewiesen. In den Ghettos der USA wuchs sein Interesse für das „schwarze Amerika” und dessen Lebensbedingungen. Holdt wurde so zum teilnehmenden Beobachter, er kam den abgebildeten Menschen sehr nahe - näher als amerikanische Soziologen sich jemals in das gefährliche Terrain der Ghettos vorwagten.
Zwischen 1970 und 1975 entstanden so rund 15.000 Fotos, die die Widersprüche des Landes in vielen Lebenszusammenhängen zeigen – und vor allem, wie gelähmt Schwarze und Weiße bei ihrer Sucht nach Zerstreuung erscheinen. Durch Artikel, unter anderem im „Spiegel”, und Buchveröffentlichungen erhielt Holdt nach seiner Rückkehr eine breite Öffentlichkeit. Zudem nutzt er bis heute seine Fotografien zur Agitation gegen Armut und Rassismus.
C/O Berlin präsentiert die Lecture mit Jacob Holdt anlässlich des „Deutsche Börse Photography Prize 2008”, für den Jacob Holdt als Finalist nominiert wurde. Die Ausstellung mit seinen Dias sowie Fotografien von John Davies, Esko Männikkö und Fazal Sheikh wird bis zum 13. Juli 2008 im Postfuhramt gezeigt.
Lecture 11 . Jacob Holdt - Bilder aus Amerika 1970 bis 1975 - Dia-Vortrag - Datum Sonntag, 6. Juli 2008 . 15 bis 18 Uhr - Eintritt 12 Euro . ermäßigt 10 Euro

